Zum Inhalt der Seite
Zensur

Keine Übung

Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters soll nun doch nicht in der Festhalle Messe Frankfurt am Main spielen. Der städtische Magistrat werde am 10. Februar einen entsprechenden Entschluss fassen und dem Aufsichtsrat der Messe vorlegen, damit dieser seinen Vertrag mit dem Veranstalter kündigt. Das erklärte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) laut Frankfurter Rundschau (Dienstag) im Kulturausschuss der Stadt. »Die Kunstfreiheit hört da auf, wo es klar antisemitisch wird. Antisemitismus hat keinen Platz in dieser Stadt«, erklärte Josef und bezog sich damit auf einen Ballon in Schweineform, der u. a. mit einem Davidsstern versehen auf Konzerten Waters’ steigen gelassen wurde. Man rechne mit Schadensersatzforderungen, so Josef. Die Stadt hält 60 Prozent der Anteile an der Messe, das Land Hessen 40 Prozent.

Die Ankündigung stieß im Ausschuss auf die Zustimmung der Fraktionen SPD, CDU, Grüne, Volt, Die PARTEI und Ökolinx. Das für den 28. Mai geplante Konzert war zuletzt Gegenstand des Wahlkampfs um den Posten des Oberbürgermeisters geworden. Waters wird dabei sowohl seine Unterstützung für die BDS-Bewegung gegen die israelische Besatzungspolitik zum Vorwurf gemacht, als auch seine Aussage, dass die USA den Krieg in der Ukraine schürten. Im Rahmen seine Europatournee »This is not a drill« will Waters auch in Hamburg, Köln, Berlin und München auftreten. Auch dort gibt es teilweise heftige Kampagnen gegen ihn. (jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 01.02.2023, Seite 11, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!