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EU: Mehr Sanktionen gegen Moskau wegen Krim

Brüssel. Die EU hat die Sanktionen gegen Russland wegen des Beitritts der Krim zur Russischen Föderation ausgeweitet. Wie der Rat der EU-Staaten am Montag mitteilte, wurden restriktive Maßnahmen gegen weitere acht Personen verhängt, »weil sie aktiv Handlungen unterstützen und politische Maßnahmen durchführen, durch die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine untergraben oder bedroht werden«. Die jüngsten Maßnahmen richten sich gegen Richter, Staatsanwälte und Sicherheitsbeamte auf der Krim. Insgesamt betreffen die EU-Sanktionen nun 185 Personen und 48 Organisationen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.10.2021, Seite 2, Ausland

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  • Fred Buttkewitz aus Ulan - Ude Russland 12. Okt. 2021 um 03:49 Uhr
    Es gibt Sanktionen, die erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Die in der Meldung genannten gehören jedoch nicht dazu. Ihr Wert besteht lediglich darin, dass Kontakte zwischen Russland und der EU unterbunden werden sollen, auf allen Gebieten: bei Meinungsaustausch, im Sport (Olympische Spiele), Handel (Erdgas). Privatreisende müssen in Quarantäne, weil russische Impfstoffe, die in 40 Ländern anerkannt sind, in der EU nicht gelten. Auch das sind Sanktionen. Der Hauptnutzen dieser Sanktionen besteht jedoch darin, dass man sie erwähnen kann und dass selbst linke Parteien und Tageszeitungen sich dem anschließen. Zur schleichenden, über Jahre verteilten mentalen Kriegsvorbereitung gehört es, dass mehrmals wöchentlich oder täglich in den Medien daran erinnert wird, dass Russland angeblich ukrainisches Territorium okkupiert. Steter Tropfen höhlt den Stein. So eine Stigmatisierung braucht Zeit. Selbst Goebbels benötigte sechs Jahre täglicher Berichte über die »Gefahren« und »Untaten« des »jüdischen Bolschewismus«, bevor es 1939 losgehen konnte. Dennoch bekannte Hitler damals, dass das deutsche Volk noch nicht reif genug für den Krieg gewesen sei. Machen wir die Gegenprobe: Brachte junge Welt jemals auch nur eine Kurzmeldung darüber, dass die Zugehörigkeit der Falklandinseln zu GB – durch Volksabstimmung bestätigt – von keinem südamerikanischen Staat anerkannt ist? Wen interessiert das schon, vollkommen uninteressant. Wer erhebt Sanktionen gegen GB oder gegen Deutschland, weil sich die Bevölkerung des Saarlandes im 20. Jahrhundert zweimal bei der Staatszugehörigkeit gegen Frankreich und für Deutschland entschieden hatte? Ach ja, Russen dürfen so etwas nicht. Was passiert, wenn sich Schottland für unabhängig erklärt und in die EU aufgenommen wird, so wie die Krim in den Russische Förderation? Darf man dann die EU sanktionieren und fleißig als Aggressor hinstellen ?
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