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Abbrüche in Mexiko entkriminalisiert

Mexiko-Stadt. Mexikos Oberster Gerichtshof hat ein absolutes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen für verfassungswidrig erklärt. Zehn Richter entschieden am Dienstag in Mexiko-Stadt einstimmig, dass beim Schutz des Fötus das Recht der Frauen auf reproduktive Freiheit nicht missachtet werden darf, wie das Gericht mitteilte. Die Entscheidung bezog sich auf das Abtreibungsverbot im nördlichen Bundesstaat Coahuila, mit dem sich das Gericht befasste. Sie schuf jedoch einen landesweit geltenden Präzedenzfall. Mexiko wird damit zum bevölkerungsreichsten Land mit katholischer Mehrheit, in dem Schwangerschaftsabbrüche entkriminalisiert werden. Den Richtern zufolge darf der Abbruch im Frühstadium der Schwangerschaft sowie bei Vergewaltigung, Gefährdung der Gesundheit der Schwangeren oder bei einem lebensunfähigen Fötus nicht unter Strafe gestellt werden. Das Frühstadium definierte das Gericht nicht näher. Dies dürfte damit den Bundesstaaten überlassen bleiben. Bisher waren nur in der Hauptstadt und in vier der 31 Bundesstaaten Abbrüche in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen erlaubt. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.09.2021, Seite 15, Feminismus

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