Zum Inhalt der Seite

»Coronademos«: Journalisten bedrängt

Berlin. Seit Beginn der Demonstrationen gegen die Coronaregeln werden Journalisten vermehrt angefeindet und bedrängt. Schlagzeilen machten vor allem die Einsätze von zwei TV-Teams bei der Demo am 1. August in der Hauptstadt: Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali und die RTL/N-TV-Reporterin Doro Steitz wollten von den Protesten berichten. Beide brachen ihre Drehs aus Sicherheitsgründen ab. Videos zeigen Gruppen von Menschen, die die Reporterinnen teils persönlich angehen und versuchen, sie mit Rufen wie »Lügenpresse« zu übertönen. Thilo Cablitz, Pressesprecher der Berliner Polizei, rechtfertigte am Dienstag gegenüber Deutschlandfunk die Einsatztaktik seiner Kollegen: »Wir können nicht an jeder Stelle überall sein.«

Journalistenverbände kritisierten bereits nach den Ereignissen am 1. August, es müsse mehr für die Sicherheit von Medienvertreterinnen und -vertretern getan werden. Die Berliner Polizei sei nicht in der Lage gewesen, die Pressefreiheit zu schützen und geltendes Recht auf freien Zugang der Presse durchzusetzen, erklärte die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion (DJU) in der Gewerkschaft ­Verdi. (jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 13.08.2020, Seite 15, Medien

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!