-
26.02.2020
- → Antifaschismus
Protest gegen Gedenken an Vize-KZ-Leiter
Berlin. Der Zentralrat der Juden in Deutschland protestiert gegen ein Denkmal in Ostfriesland, auf dem der Name des früheren zeitweiligen diensthabenden Kommandeurs eines Vernichtungslagers der Nazis verewigt ist. Zentralratspräsident Josef Schuster sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung (Montagausgabe), der Name des stellvertretenden Leiters des Vernichtungslagers Sobibor, Johann Niemann, »sollte schnellstens von dem Gedenkstein entfernt werden«. Niemann starb beim Gefangenenaufstand im polnischen Sobibor am 14. Oktober 1943. In seinem Heimatort steht der Name des SS-Mannes gemeinsam mit denen von Soldaten auf einer Tafel mit der Überschrift »Unseren gefallenen Helden«. Das Denkmal befindet sich im Besitz des Bürgervereins Völlen. Es habe zwar Gerüchte im Ort über den Namensgeber auf dem Bauwerk gegeben, versicherte der Vereinsvorsitzende auf Anfrage des Blattes. »Konkretes Wissen gab es aber nicht.« Auf einer Vereinsversammlung im März wolle man nun entscheiden, wie mit dem Denkmal weiter umgegangen wird. (AFP/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!