-
19.02.2020
- → Feuilleton
Ror Wolf gestorben
Der Schriftsteller Ror Wolf ist tot. Er starb am Montag abend nach längerer schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Mainz. Das teilte der Schöffling-Verlag am Dienstag mit. Wolf war einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegszeit. Bekannt wurde er mit seinen »Radio-Collagen« zum Fußball, bis heute sind seine Hörspiele unerreichte Höhepunkte der Gattung. Auch seine Romane, Erzählungen und Gedichte suchen ihresgleichen. Jürgen Roth schrieb über sie in dieser Zeitung »Sie sind ungeheuer glanzvoll und komisch und darob auf eine schwer beschreibbare Weise alterslos – Kunstwerke, prall gefüllt mit Gegenwart, Wirklichkeit, ganz real und daher zeitgebunden – und dennoch überzogen mit einem überzeitlichen Firnis aus – ja, aus was? Aus ›Bejahungen‹ und ›Anfeuerungen‹ (Brigitte Kronauer), aus Wortknäueln und Wortimplosionen, aus wundersamen Geschichten und Perioden, aus Reimen und Sinnkarambolagen, aus beunruhigender Katastrophenschlündigkeit und lösender Komik von wärmender Leichtigkeit.« Robert Gernhard bemerkte zu Recht: »Kein Zweifel, da hat nicht nur er (der Wolf), da hat auch es (das Sprachpotential) gedichtet.« (jW)
Ein Nachruf folgt
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!