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Fußball

Natürlicher Nazi

Kiew. Der ukrainische Präsident und das Außenministerium in Kiew haben auf den Abbruch einer Zweitligapartie in Spanien wegen antifaschistischer Fanrufe reagiert. Die »Nazi!«-Rufe der linken Anhänger des Madrider Vorortklubs Rayo Vallecano hatten sich gegen den ukrainischen Spieler Roman Sosulja gerichtet, der 2017 aus dem Klub davongejagt worden war, nachdem die Ultras nicht nur Sympathiebekundungen von ihm mit neofaschistischen Paramilitärs entdeckt hatten, sondern auch ein Foto, auf dem er vor einer Anzeigentafel mit dem Ergebnis 14:88 posiert (Chiffre der Neonazis für »Auf Deutschland: Heil Hitler«). Nach dem Abbruch der Partie in der Halbzeitpause – es stand 0:0, Rayo war in Überzahl – forderte eine Sprecherin des ukrainischen Außenministeriums, Jekaterina Selenko, drakonische Strafen für den Klub. »Sein Land zu lieben und sich um dessen Schicksal zu sorgen, ist ein natürliches Merkmal eines bewussten Staatsbürgers.« Präsident Wolodimir Selenskij ergänzte: »Roman Sosulja, (…) dich unterstützt die ganze Ukraine! (…) Du bist ein echter Patriot, der sein Land liebt und unseren Soldaten hilft. Wir sind mit dir! Drücke die Hand!« Die linken Rufe führten zum überhaupt ersten Spielabbruch in Spanien. Bei rassistischen Affengeräuschen oder Bananenwürfen wird regelmäßig weitergespielt. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.12.2019, Seite 16, Sport

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