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Pflege: Tausende Arbeitsschutzverstöße

Saarbrücken. Der Staat verzichtet auf etwa 17 Millionen Euro jedes Jahr, weil er Bußgelder nicht einzieht. Zu diesem Schluss kam die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi (Bezirk Rheinland-Pfalz-Saarland) vergangene Woche Mittwoch. Am Universitätsklinikum des Saarlandes seien zum Beispiel 278mal die Pausen und 33mal die Ruhezeiten nicht eingehalten worden, erläuterte der Pflegebeauftragte Michael Quetting. »In 20 Fällen wurde die höchstzulässige Arbeitszeit überschritten.« Die Strafe betrage laut Verdi allein dafür 25.875 Euro. Hinzu komme die mangelhafte Gefährdungsbeurteilung. Hier seien nochmals 5.000 Euro Ordnungsgeld fällig. Aus Verdi-Sicht werden zu wenige Kontrollen durchgeführt. Gehe man von einer ähnlichen Quote wie im vorliegenden Fall aus, dann müssten im Saarland für den Pflegebereich in den Krankenhäusern rund 1,4 Millionen Euro monatlich verhängt werden. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.09.2019, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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