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DNA-Spuren: Polizei soll mehr Details ermitteln

Berlin. Bei der Auswertung von DNA-Spuren möglicher Täter soll die Polizei deutlich mehr Möglichkeiten bekommen. Nach Plänen des Bundesjustizministeriums sollen Fahnder künftig auch das Alter und die Farbe von Haut, Augen und Haar ermitteln dürfen. Das sieht ein Entwurf zur Reform der Strafprozessordnung vor, der der Deutschen Presseagentur am Donnerstag vorlag. Derzeit darf bei unbekannten Tätern nur das Geschlecht ermittelt werden.

Der Kriminologe Tobias Singelnstein von der Ruhr-Universität Bochum zeigte sich gegenüber dem Vorhaben skeptisch: »Man muss sich fragen, ob die Vorteile den Preis wert sind«. Es gebe »die Gefahr, dass Ermittler die Aussagekraft der DNA-Ergebnisse überbewerten«, erklärte er. »Diese spiegeln ja nur Wahrscheinlichkeiten wider. Das könnte dazu führen, dass andere Ermittlungsansätze zu früh ausgeschlossen werden.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.08.2019, Seite 1, Inland

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