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Knabe klagt gegen Kündigung

Berlin. Der geschasste Direktor der »Stasi-Gedenkstätte« Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, geht gegen seine Kündigung vor. Am Berliner Arbeitsgericht ging seine Klage gegen die Gedenkstätten-Stiftung ein, wie eine Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presseagentur sagte. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest. Auch Knabes bisheriger Stellvertreter in der zum Museum umgebauten früheren Haftanstalt des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit klagt dem Bericht zufolge gegen seine Kündigung. Knabe war vorgeworfen worden, nicht gegen die sexuelle Belästigung von Frauen durch den Vizedirektor vorgegangen zu sein. Der Stiftungsrat, dessen Vorsitzender Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Die Linke) ist, hatte den Direktor deshalb mit einem einstimmig gefassten Beschluss von seinen Aufgaben entbunden. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) schrieb in einer Information für Bundestagsabgeordnete, entscheidend sei das verlorene Vertrauen in Knabes Führungskraft gewesen. Der Stiftungsrat habe den Eindruck gewonnen, dass der Historiker über Jahre Missstände in seinem Haus geduldet und sie durch seinen Führungsstil und sein eigenes Verhalten sogar befördert habe. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.10.2018, Seite 15, Feminismus

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