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Hintergrund: Mit dem Sozialismus rechnen

Für ihre Reportage »Die Mensch-Maschine« hat Laura Meschede wochenlang bei der digitalen Plattform »Amazon Mechanical Turk« gearbeitet. Veröffentlicht wurde der Beitrag am 23. März im Magazin der Süddeutschen Zeitung (SZ-Magazin). Am 27. September sollte sie dafür mit dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis der Bank ING-Diba ausgezeichnet werden, lehnte ihn aber aus Glaubwürdigkeitsgründen ab. Schlechte Bezahlung, hoher Druck und Isolation – die Eindrücke, die sie bei der Tochterfirma des Amazon-Konzerns gesammelt hatte, waren für Laura Meschede eine Bestätigung ihrer politischen Haltung, die sie bereits im Juli 2016 im Campus-Magazin der Zeit dargelegt hatte: »Warum ich Star-Trek-Kommunistin bin« war die Überschrift des Artikels, in dem sie sich unter anderem auf den Computerwissenschaftler Paul Cockshott bezog. Der Dozent der Universität Glasgow hatte schon 1993 ein Buch geschrieben, in dem er neue Möglichkeiten der Informatik für die Planwirtschaft beleuchtete.

Zur Grundlage für die Bestimmung des Arbeitswerts machte Cockshott die Lebenszeit, die arbeitende Menschen für ein Produkt investieren müssen. Mit einer »Input-Output-Tabelle« ließe sich dieser Wert exakt berechnen. Darüber hinaus müsse es die Möglichkeit geben, eine Zeitlang entspannter zu arbeiten – also kein superproduktiver A-, sondern ein B- oder C-Arbeiter zu sein – und sich dafür weniger Extras zu leisten, aber dennoch keine Existenzangst haben zu müssen. Im Jahr 2006 war dieser Ansatz Schwerpunktthema der von junge Welt in Berlin ausgerichteten Rosa-Luxemburg-Konferenz unter dem Motto »Mit dem Sozialismus rechnen«.

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Laura Meschede begründet auch deshalb in dieser Zeitung ihre Entscheidung. (jW)(jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.10.2018, Seite 3, Schwerpunkt

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