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Droste

Schulz und Scholz

Immer wenn ich die beiden SPD-Clowns Martin Schulz und Olaf Scholz nebeneinander stehen sehe, muss ich an die trotteligen Detektive Schulze und Schultze des belgischen Zeichners Hergé denken. Die beiden sind nicht nur die besten Pferde im Stall von Angela Merkel; verglichen mit diesen allenfalls drittklassigen Politiksimulanten wirkte der CSU-Mann Ignaz Kiechle, falls sich noch jemand an diese Kartoffel erinnert, nicht nur rhetorisch brillant, sondern auch wie ein Beau.

»Ich will einen Ministerposten«, ningelt Schulz, ballt die Fäustchen und stampft mit den Füßen. »Ich würde sogar sagen, ich will einen Ministerposten«, sekundiert Scholz, und damit sie nicht weiter nerven, bekommt auch jeder von beiden eins. Man könnte, wenn man denn wöllte und den Mumm dazu aufbrächte, auch andere Vorgehensweisen in Betracht ziehen; es muss ja nicht klassisch der Revolver mit nur einer Kugel in der Trommel sein.

Warum nicht Martin Schulz freundlich und geduldig erklären, dass es für ihn und alle anderen besser wäre, er trönke sich sich selber schön und verkaufte wieder Bücher in Würselen, dessen Ortsname so gut zu ihm passt? Olaf Scholz könnte man nahelegen, sich auf dem Hamburger Dom zu verdingen, als Gespenst in der Geisterbahn.

Dass die SPD, einst »Tanker« genannt, längst ein Rettungsboot für Posten- und Pensionsanspruchsberechtigungs-Schnapphahnskis ist, wird durch Land- oder Stadtverschickungsmaßnahmen nicht revidiert. Aber man möchte nicht jede Form von Würdeferne mitansehen müssen, insbesondere nicht die von Schulz und Scholz.

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.01.2018, Seite 11, Feuilleton

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