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Kirchen verzeichnen Mitgliederschwund

Bonn/Münster. Der Mitgliederschwund bei den beiden großen christlichen Kirchen durch Austritte geht weiter. Nach Angaben vom Freitag verließen im vergangenen Jahr rund 190.000 Menschen die evangelische sowie etwa 162.000 Menschen die katholische Kirche. Im Jahr davor hatte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) noch 210.000 Austritte gemeldet, die Deutsche Bischofskonferenz für die katholische Seite 182.000. Damit verlangsamt sich der Mitgliederschwund durch Austritte etwas, allerdings wird die Gesamtzahl verbliebener Mitglieder, die austreten könnten, von Jahr zu Jahr geringer. Inklusive der Verstorbenen gab die EKD einen Rückgang um insgesamt 700.000 Mitglieder von 22,7 auf rund 22 Millionen zu. Die Bischofskonferenz berichtete am Freitag in Bonn von einem Rückgang von 23,76 Millionen auf 23,6 Millionen im Vergleich zum Vorjahr.

Der stetige Mitgliederschwund der Kirchen in Deutschland hat aus Sicht des Religionssoziologen Detlef Pollack tiefergehende Gründe als akuten Ärger über die Kirchensteuer – nur ein Merkmal einer unvollständigen Säkularisierung in der BRD – oder die auffällige Häufung von Sexualstraftaten. Doch der Hauptaustrittsgrund sei für die meisten nicht die Steuer, sondern dass »sie sich schon komplett von der Kirche entfremdet haben«, sagte Pollack der Deutschen Presseagentur. Der Bruch im Selbstverständnis verlaufe zwischen den Generationen. (AFP/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.07.2017, Seite 4, Inland

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