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Mord nach NSU-Muster in Duisburg?

Berlin/Duisburg. Die Initiative »NSU-Watch« sieht den Mord an der Duisburger Gastronomin Birgül D. am 3. Mai als möglicherweise rassistisch motiviertes Verbrechen. Eine Mitarbeiterin des Duisburger Cafés Vivo hatte ihre Chefin vor einer Woche tot in dem Lokal aufgefunden. Eine Obduktion bestätigte nach Polizeiangaben, dass die 46jährige erschossen worden war. »Wir wollen jetzt sehen, dass die Polizei und die Medien aus ihren Versäumnissen im NSU-Komplex lernen und ein mögliches rassistisches Motiv des Mordes lückenlos untersuchen«, erklärte Ulli Jentsch von NSU-Watch am Montag in Berlin. Die Initiative kritisierte die Berichterstattung mehrerer Medien – unter anderem von Bild –, die sogleich spekulativ das Stichwort »Schutzgelderpressung« verbreitet hatten. »NSU-Watch« geht davon aus, »dass ein verfrühtes Festlegen auf Ermittlungsansätze in Richtung ›Organisiertes Verbrechen‹, wie dies im NSU-Komplex der Fall war, eine Ermittlung ›in alle Richtungen‹ ausschließen würde«. Über persönliche Feindschaften wurde bisher nichts bekannt. Die türkischstämmige Birgül D. soll »zu allen freundlich« gewesen sein, wie einer ihrer Mitarbeiter von Bild zitiert wurde. Letzteres erinnert an Schilderungen von Nachbarn, Kunden und anderen Bezugspersonen einiger Opfer des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU), deren Angehörige von der Polizei zunächst nach Drogen, Kontakten zur Unterwelt oder Eifersuchtsdramen gefragt worden waren. Bis auf die Polizistin Michèle Kiesewetter waren alle Ermordeten, die bisher dem NSU zugeordnet wurden, Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund oder deren Mitarbeiter. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.05.2017, Seite 15, Antifaschismus

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