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Sportpolitik

Darum Täve

Berlin. »Es ist tief befremdlich, wie man dem Osten mitspielt«, erklärte DDR-Radsportidol Gustav-Adolf »Täve« Schur bei einer Festveranstaltung zum 60. Gründungstag des DDR-Sportdachverbands DTSB am Freitag in Berlin. Kurz zuvor hatte der 86jährige erfahren, dass ihm die Aufnahme in die »Hall of Fame des deutschen Sports« auch im zweiten Anlauf verweigert wird. Es wäre für ihn »persönlich eine Ehre gewesen«, erklärte Täve, um im nächsten Atemzug zu betonen, »dass noch viel mehr ostdeutsche Sportler (…) da hineingehören«. Nominiert worden war Schur vom Deutschen Olympischen Sportbund auf Anregung aller 16 Landessportbünde. Initiator Andreas Silbersack, Präsident des LSB Sachsen-Anhalt, sprach von einem »kapitalen Fehler« und ergänzte, dass er sich den Umgang mit dem Idol in seinen »schlimmsten Träumen nicht (hätte) vorstellen« können. Exemplarisch hatte Hall-of-Fame-Mitbegründer und Ex-Sporthilfe-Chef Hans Wilhelm Gäb erklärt: »Kein Mensch käme auf die Idee, einen im Sport erfolgreichen Nazi, wenn er auch heute noch die Untaten des Regimes verherrlichte, in die Hall of Fame aufzunehmen. Warum dann Schur?« Die Sportausschussvorsitzende im Deutschen Bundestag, Dagmar Freitag (SPD), lobte den »sportpolitischen Instinkt« der verantwortlichen Juroren. (sid/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.05.2017, Seite 16, Sport

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