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Aus: Ausgabe vom 27.02.2017, Seite 10 / Feuilleton
Musik

Just a little bit

Ein Jahr nach dem Bühneneklat in der Kölner Philharmonie ist Cembalist Mahan Esfahani erneut dort zu Gast und hat vorsorglich mehr Respekt vom Publikum eingefordert. »Das Recht auf freies Spiel ist in der Demokratie dasselbe wie das Recht auf freie Meinung«, sagte er dem Kölner Stadtanzeiger (Samstag) vor dem Auftritt am Mittwoch. Esfahani bezog sich auf den Eklat, der sich mit seinem Auftritt in der Philharmonie Ende Februar vergangenen Jahres verbindet: Damals hatte er in einem Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach auch das Stück »Piano Phase« des Minimal-Music-Pioniers Steve Reich aus den 60er Jahren gespielt. Proteste aus dem Publikum erzwangen den Abbruch der Nummer. Viele der 1.800 Zuhörer klatschten und lachten oder riefen dazwischen. »Wovor haben Sie Angst?« fragte er das Publikum auf Englisch. Darauf erntete er Zurufe wie: »Sprich Deutsch!« Der in Großbritannien lebende Cembalist beklagte, noch nie bei einem Konzert so gestört worden zu sein wie in Köln. Am Aschermittwoch wird er wiederum Werke von Reich, darunter »Piano Phase«, zu Gehör bringen. Diesmal werden allerdings Erläuterungen auf Deutsch den Vortrag begleiten. (dpa/jW)

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