Zum Inhalt der Seite

Katalonien: Zeitung enttarnt Neonazis

Barcelona. Journalisten der linken katalanischen Wochenzeitschrift Directa haben eine Gruppe Neonazis enttarnt, die seit mehreren Jahren unter dem Namen »Último Bastión« firmiert. Etwa 20 feste Mitglieder soll sie umfassen, die mutmaßlich führenden Köpfe werden auch namentlich genannt. Basis dieser »Letzten Bastion« ist laut Directa die Stadt Sabadell etwa 30 Kilometer nördlich von Barcelona. In der gesamten Region soll die Neonazitruppe über Jahre Gewaltakte verübt sowie Aufmärsche und Veranstaltungen organisiert haben. Rund 100 Strafverfahren hätten sich insgesamt gegen die einzelnen Neonazis angesammelt – die Haftstrafen summierten sich inzwischen auf Dutzende Jahre. Ein besonders schwerer Übergriff war im März 2012 in der Stadt Manresa verübt worden. Etwa 20 Neonazis überfielen ein Antifa-Konzert im Veranstaltungssaal »Stroika«. Mehrere Personen, darunter auch jugendliche Antifaschisten, wurden teilweise schwer verletzt. Die Polizei ermittelte 16 mutmaßliche Angreifer. In einem Verfahren wurden zehn Neonazis unter anderem wegen versuchten Mordes zu Haftstrafen zwischen 16 und 19 Jahren verurteilt. Im Frühjahr und Sommer dieses Jahres wurden Hakenkreuze-Schmierereien entdeckt, es gab Übergriffe durch Neonazis in Sabadell sowie an der staatlichen Universität Autònoma de Barcelona. Laut Directa sollen auch hierfür Mitglieder von »Último Bastión« verantwortlich sein. (fo)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 12.10.2016, Seite 15, Antifaschismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!