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AfD will Bücher über den Islam verteilen

Berlin/Erfurt. Die AfD-Landtagsfraktion in Thüringen will demnächst 100.000 Exemplare eines in Eigenregie verfassten Buches über den Islam verteilen. »Das Buch erklärt auch, warum der Islam keine reine Religion wie das Christentum ist«, heißt es in einer am Montag versandten Einladung zur Präsentation des Taschenbuchs »Der Islam. Fakten und Argumente« an diesem Mittwoch. »Ich weiß nichts von diesem Buch, das ist Sache der Thüringer«, sagte der stellvertretende Parteivorsitzende Alexander Gauland am Montag. Parteisprecher Christian Lüth erklärte, das Buch sei nicht mit Finanzmitteln der Bundespartei gedruckt worden. Die »Alternative für Deutschland« hatte Anfang Mai den Satz »Der Islam gehört nicht zu Deutschland« in ihr Grundsatzprogramm aufgenommen. Die von Björn Höcke geleitete AfD-Fraktion in Erfurt versucht aktuell, einen Moscheeneubau der Ahmadiy­ya-Gemeinde am Stadtrand von Erfurt zu verhindern. Die Verteilung kostenloser Bücher ist generell erlaubt. Der Verfassungsschutz beäugt aber die seit 2011 im Zuge der »Lies!«-Kampagne laufende Verteilung von Koranexemplaren kritisch. Diese wird nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes von Salafisten zur Anbahnung von Kontakten genutzt, »die im weiteren Verlauf zur Radikalisierung der Betroffenen führen können«. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.06.2016, Seite 15, Antifaschismus

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