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Verbot in Gladbeck

Ein antirassistisches Festival, das die linke türkische Band Grup Yorum in Gladbeck im nördlichen Ruhrgebiet veranstalten wollte, ist von den lokalen Behörden verhindert worden, wie Grup Yorum am Donnerstag mitteilte. Das Festival »Ein Herz – eine Stimme gegen Rassismus« sollte am 18. Juni auf dem Gelände der Alevitischen Gemeinde in Gladbeck stattfinden. Dann schalteten sich Behörden und Staatsschutz ein und bedrängten die Verantwortlichen der Gemeinde, sie könne sich strafbar machen, wenn sie das Festival stattfinden ließe, weil die Band verdächtigt werde, hierzulande verbotene Organisationen der türkischen Linken zu unterstützen. Ein Erlass des Bundesinnenministeriums vom 30. März droht Veranstaltern diesbzüglich ausdrücklich Strafen an. Daraufhin verzichtete die Gemeinde. Weil man von dem Regime von Recep Tayyip Erdogan Unterstützung beim Fernhalten von neuen Flüchtlingen erwartet, agiert der deutsche Staat zunehmend politisch willfährig und verstärkt die Repression gegen Erdogan-Gegner hierzulande. Gegen das De-Facto-Verbot ihres Festivals kündigte Grup Yorum eine Protestmahnwache vor dem Rathaus in Gladbeck an. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.05.2016, Seite 11, Feuilleton

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