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Zara will langjährige Mitarbeiter loswerden

Berlin. Beschäftigte verunsichern, um langjährige Mitarbeiter loszuwerden und so Kosten zu sparen – das warf ver.di am Montag der Textilmodekette Zara vor. Demnach plane der Konzern derzeit insgesamt fünf Filialschließungen in Köln, Berlin, Hamburg sowie Chemnitz. Betroffen davon seien rund 180 Beschäftigte. So sollen in Köln zwei Geschäfte (Hohe Straße und Ehrenstraße) dichtgemacht werden, und statt dessen soll die größte Filiale des Unternehmens in Deutschland entstehen. In der Hohe Straße arbeiteten nach ver.di-Angaben etwa 55 Beschäftigte, 38 davon unbefristet und seit vielen Jahren. »Zara will diese Beschäftigten offensichtlich loswerden, um Personalkosten zu sparen. Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter Mütter, sollen trotz ihrer Bereitschaft, in der neuen Filiale in der Schildergasse anzufangen, dort keinen gleichwertigen Arbeitsplatz erhalten. Man bietet ihnen unzulängliche Abfindungen oder Arbeitsplätze an, die weit entfernt sind, und noch dazu Verträge mit reduzierter Stundenzahl«, sagte Cosimo-Damiano Quinto, ver.di-Gewerkschaftssekretär. Er kritisierte, dass Zara in der neuen Filiale in Köln keinen einzigen Vollzeitarbeitsplatz mehr anbietet. Den Beschäftigten der Hamburger Filiale in Altona würden bisher gar keine Ersatzarbeitsplätze angeboten, obwohl Zara für andere Geschäfte in der Stadt Personal suche. »Die Beschäftigten sorgen dafür, dass Zara-Besitzer Amancio Ortega mit mittlerweile geschätzt rund 63 Milliarden US-Dollar zu den reichsten Männern der Welt gehört«, so Quinto. Unternehmerische Verantwortung bedeute, Arbeitsplätze zu schaffen, von denen Menschen leben könnten und die eine Rente über der Armutsgrenze sicherstellten. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.02.2016, Seite 15, Betrieb & Gewerkschaft

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