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Dürer am Zaun

Ein Holzschnitt aus dem Jahr 1497 ist Albrecht Dürer zugeordnet worden. Es handle sich um ein Druckerzeichen für den Leipziger Verleger Konrad Kachelofen, das unter Buchkundigen eine gewisse Berühmtheit erlangt habe, weil es so gut gemacht sei, erklärte Thomas Schauerte, Leiter des Nürnberger Dürer-Hauses. Stilistisch lasse sich der Fund aus der Bibliothek Wolfenbüttel nicht zweifelsfrei dem Meister zuordnen, erklärte Schauerte. Er habe daher den kulturhistorischen Nachweis erbracht. In seinem neuen Buch »Dürer & Celtis – Die Nürnberger Poetenschule im Aufbruch« führt Schauerte zudem aus, dass die bislang als Einzelwerke gesehenen Bilder »Herkules«, »Männerbad« sowie »Reiter und Landsknecht« zusammengehören. Sie stammen aus dem Jahr 1496, haben die gleiche Größe und einen nichtchristlichen Inhalt. Lege man sie nebeneinander, zeige sich eine durchgehende Horizontlinie und ein Hügel, der sich von einem Bild zum anderen fortsetzt. Im Bild »Männerbad« habe sich Dürer dabei wahrscheinlich selbst verewigt als Zuschauer, der hinter einem Zaun auf eine Gruppe badender Männer blickt, darunter Sokrates und Platon. Das passt laut Schauerte auch deshalb gut, weil Dürer kein Latein konnte, und von den Humanisten stets ausgeschlossen worden sei. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.12.2015, Seite 11, Feuilleton

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