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Berlin: TU-Präsident gegen Ausstellung über Wehrmacht

Deutsche Verbrechen in Jugoslawien tabu?

Die Ausstellung »Verbrechen der Wehrmacht in Jugoslawien 1941 bis 1944« soll vom 7. Mai bis zum 20. Juni in Berlin an verschiedenen Orten gezeigt werden. Sie besteht aus Fotos von Konzentrationslagern und Hinrichtungsstätten, Faksimile- Artikeln aus dem Völkischen Beobachter, internen Dienstvorschriften sowie von deutschen Soldaten aufgenommenen Fotos von Hinrichtungen. Zusammengestellt wurde sie unter anderem von den Herausgebern des Heidelberger Jugoslawien- Bulletins anläßlich des Bundeswehreinsatzes auf dem Balkan. Die Veranstalter - ein Bündnis unter anderem aus Studentenausschüssen und Antifa-Initiativen - wollen in einem kleinen Teil der Ausstellung auch »die historische Rolle Deutschlands in Jugoslawien bis in die Gegenwart« problematisieren.

Die erste Station der Ausstellung in Berlin sollte die Technische Universität sein, doch deren Präsident Hans-Jürgen Ewers untersagte dies dem Asta. Er begründete sein Verbot damit, daß er nicht ausreichend über den Inhalt der Ausstellung informiert sei. Er vermute jedoch, daß eine »extrem undifferenzierte Sicht des Themas der Wehrmachtsverbrechen« geboten werde und verlangte ein Gutachten über die wissenschaftliche Seriosität des Konzepts. Dem Asta unterstellte er, »Vehikel externer Interessen« zu sein. Der Asta warf daraufhin Ewers Zensur vor.

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Erschienen in der Ausgabe vom 03.05.1997, Seite 0, Inland

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