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Klosprüche stützen gängige Vorurteile

Boston. Angehörige der Salem State University im US-Bundesstaat Massachusetts haben jetzt Kritzeleien in öffentlichen Toiletten soziologisch analysiert, wie das Onlineportal diestandard.at am 13. Mai berichtete. Die Resultate legen nahe, dass gängige Vorurteile einen wahren Kern haben: Männer scheinen auf Sex fixiert zu sein, während Frauen sich auf dem Örtchen über Beziehungskisten verbreiten.

Ausgewertet wurden Graffiti in je fünf Männer- und Frauentoiletten. Während die Herrenklos voll mit Zeichnungen von sexuellen Akten und Genitalien sowie Texten zum Thema waren, handelten die Sprüche der Frauen vornehmlich von Liebe und Beziehungen ohne erotischen Kontext. Frauen schrieben außerdem mehr und verfassten 70 Prozent der Wortbeiträge. Häufig wurden diese unterstützend kommentiert. Bei den Männern ging es grob, aggressiv und oft homophob zu – aber auch humorvoll. Pamela Leong, eine der Autorinnen, meinte: »Die Graffiti verstärken die heterosexuelle männliche Macht und die weibliche Unterordnung«. Die Studie wurde im US-Fachjournal Gender, Place & Culture veröffentlicht. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.05.2015, Seite 15, Feminismus

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