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Gedenkinitiative im Visier von Antisemiten

Berlin. »Unbekannte« haben in der Nacht zum 26. April die Informationstafel der Initiativgruppe »Stolpersteine Stierstraße« mit Steinwürfen schwer beschädigt. In der Straße in Berlin-Friedenau wurden von den Nazis ab 1938 Juden in sogenannten Judenhäusern zwangsangesiedelt, 1941/42 wurden sie in die Vernichtungslager deportiert und dort ermordet. Seit 2005 hat die Initiativgruppe Stierstraße die Schicksale dieser Menschen erforscht und 57 Stolpersteine mit ihren Namen verlegt, die bereits mehrfach beschädigt wurden. 2013 beschmierten von der Polizei bisher nicht gefundene Täter die Wohnungstür der Sprecherin der Initiative, Petra Fritsche, mit der Parole »Vorsicht, Judenfreundin!« (jW berichtete). Die Initiativgruppe setzt dennoch ihre Aufklärungsarbeit fort. Für den 10. Mai um 11 Uhr lädt sie anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus zu einem Informationsrundgang in der Stierstraße ein. (sgs)

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.05.2015, Seite 15, Antifaschismus

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