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Indien: Firmen verfehlen Miniquote

Mumbai. Unmittelbar vor der Einführung einer Minifrauenquote hatten Hunderte indische Unternehmen weiterhin keine einzige Frau im Aufsichtsrat vorzuweisen. Von den mehr als 5.000 börsennotierten Firmen hätten gut 1.800 Ende März noch keine weiblichen Aufsichtsräte benannt, teilte das Beratungsunternehmen Prime Database vergangene Woche mit. Damit verfehlt rund ein Drittel der Unternehmen die seit dem 1. April geltende Vorgabe, dass mindestens eine Frau in dem Gremium sitzen muss.

Beim Versuch, die Quote einzuhalten, schauen sich einige Manager in der eigenen Familie um: Indiens zweitreichster Mann, Mukesh Ambani, etwa holte seine Ehefrau in den Aufsichtsrat seines Mischkonzerns Reliance Industries. Auch beim Textilriesen Raymond sitzt nun die Frau des Chefs in dem Gremium.

Shriram Subramanian von der Beratungsfirma InGovern bezeichnete die Lage als »Höhepunkt der Lächerlichkeit«. Die Firmen nähmen wohl an, wenn genügend von ihnen gegen die Vorgabe verstießen, gebe es keine Strafen und der Stichtag werde verschoben. Die indische Finanzaufsichtsbehörde hatte die Quote vor 13 Monaten beschlossen. Die zunächst bis Oktober angesetzte Frist wurde bereits verlängert. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.04.2015, Seite 15, Feminismus

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