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Zeit zum Nachdenken

Die belgische Stadt Mons, die ab 24. Januar offiziell »Kulturhauptstadt Europas« sein wird, hat am Wochenende eine ihrer größten Attraktionen wegräumen lassen. Die riesige Holzlattenkonstruktion »The Passenger« des Künstlers Arne Quinze hatte sich als instabil erwiesen. »Es ist, als ob ich ein Kind verliere«, sagte Quinze der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Die Installation war Anfang Dezember aufgestellt worden und Heiligabend in Teilen zu Boden gegangen. Sie wurde repariert, doch Anwohner hörten danach wieder Knackgeräusche und ein Teil des Gebildes, das wie Astwerk eine Straße überspannte, senkte sich erneut ab. Die Straße musste gesperrt werden. Quinze, Exmann von Barbara Becker, führte die Statikprobleme auf das Nachgeben eines Stützpfeilers zurück, der eine Kettenreaktion ausgelöst habe: »Leute, die Dinge machen, riskieren Unfälle«, sagte er. Eine erneute Errichtung des rund 400.000 Euro teuren Werks zu einem späteren Zeitpunkt ist nicht abzusehen. »Wir müssen uns jetzt Zeit zum Nachdenken nehmen, über einen Wiederaufbau ist nicht gesprochen worden«, erklärte der Bürgermeister von Mons und ehemalige belgische Premier Elio Di Rupo. Die Stadt hatte »The Passenger« bildhaft als gigantischen »Wald aus Streichhölzern« beschrieben. Die 85 Meter lange und 16 Meter hohe Installation hatte ursprünglich fünf Jahre lang an Ort und Stelle bleiben sollen. Quinze hat ähnliche, allerdings stabile Gebilde bereits in Paris, München und Brüssel errichtet. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.01.2015, Seite 10, Feuilleton

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