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16.05.2014
- → Feminismus
Warnung vor neuer Homophobie
Berlin. Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders, hat vor einer »neuen Homophobie« in Deutschland gewarnt. Sie sehe besorgniserregende Anzeichen für neue schwulen- und lesbenfeindliche Tendenzen »in allen Bereichen der Gesellschaft«, erklärte sie am Mittwoch in Berlin anläßlich des internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai. Lüders erinnerte an Äußerungen in den vergangenen Wochen etwa des Publizisten Matthias Matussek (»Ich bin wohl homophob. Und das ist gut so.«) und der Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff. Sie hatte in einer öffentlichen Rede lesbischen Paaren das Recht abgesprochen, Kinder zu bekommen. Lüders verwies auch auf die scharfen Auseinandersetzung um den neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg, in dem unter anderem die Vermittlung von »Akzeptanz sexueller Vielfalt« eine Rolle spielt.
Lüders warnte, die aktuellen Tendenzen führten »geradewegs zu Ausgrenzung und Abschottung gegenüber all denen, die vorgeblich nicht normal sind«.
Unterdessen teilte die französische Organisation SOSHomophobie am Dienstag in Paris mit, in Frankreich habe es 2013 einen massiven Anstieg der gemeldeten lesben- und schwulenfeindlichen Taten gegeben. Es seien 3500 Vorfälle wie Beleidigungen oder tätliche Angriffe verzeichnet worden und damit 78 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu körperlicher Gewalt kam es in gut 180 bzw. sechs Prozent der Fälle. Die Organisation sieht einen direkten Zusammenhang zwischen diesem Anstieg und der erbitterten Debatte in Frankreich um die Ehe für Lesben und Schwule im vergangenen Jahr.
(AFP/jW)
Lüders warnte, die aktuellen Tendenzen führten »geradewegs zu Ausgrenzung und Abschottung gegenüber all denen, die vorgeblich nicht normal sind«.
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Unterdessen teilte die französische Organisation SOSHomophobie am Dienstag in Paris mit, in Frankreich habe es 2013 einen massiven Anstieg der gemeldeten lesben- und schwulenfeindlichen Taten gegeben. Es seien 3500 Vorfälle wie Beleidigungen oder tätliche Angriffe verzeichnet worden und damit 78 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu körperlicher Gewalt kam es in gut 180 bzw. sechs Prozent der Fälle. Die Organisation sieht einen direkten Zusammenhang zwischen diesem Anstieg und der erbitterten Debatte in Frankreich um die Ehe für Lesben und Schwule im vergangenen Jahr.
(AFP/jW)
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