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Sportgeschichte: Klaus Köste in »Hall of Fame«

Oklahoma. Zwei Jahre nach dem Tod von Klaus Köste wird der DDR-Turn-Olympiasieger von 1972 am kommenden Wochenende feierlich in die »International Gymnastics Hall of Fame« in Oklahoma-City (USA) aufgenommen. Seine Witwe Sabine ist sicher, »daß sich der Unvergessene »über diese internationale Wertschätzung seiner Laufbahn und seiner Person sehr gefreut hätte«. Sie selbst wird nicht zur Ehrung fliegen. »Ohne ihn habe ich nicht die Kraft, dort in Oklahoma diese Ehrung entgegenzunehmen… ich würde nur weinen.« Der gemeinsame Sohn Matthias wird der Einladung folgen. Er soll »uns dann berichten, welchen Stellenwert sportliche Leistungen in der Sportnation USA genießen«, sagt Sabine Köste. »Sicher wird dort auch Klaus’ Sportheimat Leipzig eine Rolle spielen und die Amerikaner werden fragen, wo sie denn hin ist, die Sportbegeisterung, die einst solche Weltklasseleistungen hervorgebracht hat! Gänzlich verschwunden ist sie ja nicht, die Substanz. Sie glüht noch unter der Aschekruste.«

Der jenseits des Atlantik so in Ehren gehaltene Weltstar des Turnsports ist hierzulande in das »Goldene Buch des Vereins Sport und Gesellschaft« aufgenommen worden. Die bundesdeutsche »Hall of Fame« jedoch hatte einen Vorschlag, ihn zu nominieren, völlig ignoriert, nicht zuletzt wohl wegen seiner konsequenten politischen Haltung, die ihn einige Zeit lang auch als Referenten des PDS-Bundestagsabgeordneten Täve Schur tätig werden ließ.
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Außer der goldenen hatte Köste bei Olympia noch drei Bronzemedaillen gewonnen. DDR-Meister wurde er 34mal. In die Halle von Oklahoma wird er in diesem Jahr als eine von vier Kunstturnlegenden aufgenommen. Die anderen drei sind Natalia Yurchenko (Sowjetunion), Jackie Fie (USA) und Li Yuejiu (China). (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 16.05.2014, Seite 16, Sport

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