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Betreuter Gurlitt

Cornelius Gurlitt wünscht, daß Bilder, die aus jüdischem Besitz gestohlen oder geraubt wurden, den Eigentümern oder deren Nachfahren zurückgegeben werden«, teilte der Münchner Rechtsanwalt Christoph Edel in der Süddeutschen vom Donnerstag mit. Edel ist seit kurzem der gerichtlich bestellte Betreuer des Naziraubkunsterben, der ihm in dieser Sache »freie Hand gegeben« habe. »Unmittelbar bevor« steht laut Edel die Rückgabe der »Sitzenden Frau« von Henri Matisse an die Enkelinnen des Pariser Sammlers Paul Rosenberg (eine New Yorker Anwältin und die Exfrau von Dominique Strauss-Kahn, Anne Sinclair). Das von den Nazis geraubte Gemälde gehörte zeitweise Hermann Göring und gelangte auf ungeklärten Wegen in den Besitz von Gurlitts Vater Hildebrand. Am Donnerstag wurde auch bekannt, daß Ende Februar in einem »zuvor nicht zugänglichen Teil« eines Salzburger Gurlitt-Hauses Ölgemälde und Aquarelle von Renoir, Max Liebermann oder Claude Monet sowie viele Zeichnungen von Picasso gefunden wurden. Damit »addiert sich der Bestand der Gurlitt-Bilder auf 1518 Kunstwerke«, schrieb die Süddeutsche, und schloß weitere Funde nicht aus: »Sein Vater unterhielt sechs Depots.« (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.03.2014, Seite 13, Feuilleton

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