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Sexuelle Gewalt: Mehr Opferschutz

Brasilia. Wenige Tage nach der Abreise von Papst Franziskus aus Brasilien hat Präsidentin Dilma Rousseff ein Gesetz ratifiziert, das Opfer sexueller Gewalt besser schützt. Die Politikerin unterzeichnete das Gesetz am 1. August, wie ihr Büro vergangenen Freitag mitteilte. Damit tritt es binnen 90 Tagen in Kraft. Danach müssen öffentliche Krankenhäuser Vergewaltigungsopfer kostenlos behandeln und ihnen auf Wunsch Zugang zur »Pille danach« ermöglichen, mit der ungewollten Schwangerschaften vorgebeugt werden kann.

Die katholische Kirche und konservative Gruppierungen hatten die Staatschefin dazu gedrängt, zumindest einige Passagen im Gesetzestext zu modifizieren. Kritiker sehen die Rechtsänderung als ersten Schritt hin zu uneingeschränkt legalen Schwangerschaftsabbrüchen, die in Brasilien nur nach einer Vergewaltigung, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder wenn drei Ärzte eine Mißbildung des Fötus bestätigen, erlaubt sind. Das Abtreibungsrecht wurde schon im Wahlkampf 2010 hitzig debattiert. Rousseff hatte auf Druck christlicher Gruppen darauf verzichtet, Abbrüche straffrei zu machen und damit heftige Kritik von Feministinnen und Linken geerntet.
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Brasilien weist eine der weltweit höchsten Raten bei Sexualdelikten auf. Schätzungen zufolge kommt es im größten Land Südamerikas alle zwölf Sekunden zu einer Vergewaltigung. Die Aussage beruht jedoch nur auf bekannt gewordenen Fällen, die Dunkelziffer dürfte höher sein. Nach Angaben des Brasilianischen Forums für öffentliche Sicherheit ist die sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen in den letzten fünf Jahren um 168 Prozent gestiegen. (AFP/IPS/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 09.08.2013, Seite 15, Feminismus

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