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Fußball: Hamburger Krankheit

Der Hamburger Sportverein, wie er sinkt und lacht: Nach der Blamage im Benefizspiel beim Zweitligisten Dynamo Dresden (0:4) herrscht kurz vor Saisonstart wieder mal Alarmstimmung. »Das war eine Katastrophe. Ein Auftritt, der an Peinlichkeit nicht zu überbieten war«, schimpfte Sportchef Oliver Kreuzer: »Es ist mir unbegreiflich, wie sich das Team so präsentieren kann. Das ist keine Frage der Qualität, sondern der Mentalität und der Einstellung.«

Die Hanseaten hatten am Mittwoch abend die Partie, deren Erlöse den Flutopfern zugute kommen, ideenlos und lustlos durchgekickt. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink kassierte die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Testspielen. Nun wollen die klammen Hamburger noch einmal auf dem Transfermarkt nach Verstärkungen suchen. »Der Kader sieht noch nicht so aus, wie ich es mir vorstelle«, sagte Kreuzer, der aber zunächst Spieler verkaufen muß, um neue zu holen. Der Transfer von Wunschstürmer Nikica Jelavic (FC Everton) scheint unterdessen vom Tisch zu sein. »Nikica können wir uns wohl nicht leisten«, sagte der Manager. Drei Tage vor dem Spiel im DFB-Pokal beim Fünftligisten Schott Jena macht sich Kreuzer nach der völlig mißglückten Generalprobe Sorgen um das Erreichen der zweiten Runde, er glaubt: »Mit der Einstellung von heute werden wir auch dort Probleme bekommen.«
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Beim HSV, dem letzten durchgängig erstklassigen Gründungsmitglied der Bundesliga, ist seit Jahren Operette angesagt: Traditionell setzt man hier auf aufgeblähten Kader, konfusen Vorstand und auf grundsätzlich überschätzte Trainer. Den jetzigen nennt Altmanager Günter Netzer aber »einen guten Mann«, nur: »Das Team soll erst mal beweisen, daß es auf dem Weg der Besserung ist.« Allgemein seien im Verein Probleme entstanden, die nicht nachvollziehbar sind. Und so ist der HSV immer wieder ein Kandidat für die Hölle des Abstiegskampfes, gerade weil er konstant für etwas Besseres gehalten wird. (jW)
junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.08.2013, Seite 16, Sport

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