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13.06.2013
- → Feuilleton
Jahrhundert der Katastrophen
Wie die Zeit vergeht! Zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren erleben wir eine Jahrhundertflut. Wenn es so weitergeht, könnte dieses Jahrhundert als das kürzeste ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen werden. Naturschutzexperten vermuten einen Zusammenhang mit der beschleunigten Klimakatastrophe. Die Duden-Sprachkommission schlägt deswegen vor, künftig vom »gefühlten« Jahrhundert zu sprechen, abhängig vom Lebensalter, Beruf und der jeweiligen Behörde. Es wurde beobachtet, daß das Jahrhundertgefühl bei den Heranwachsenden zwischen zwei und 15 Wochen schwankt, während das gefühlte Jahrhundert bei Beamten und öffentlichen Bauvorhaben mehrere hundert Jahre betragen kann (siehe Berliner Flughafen BER).
»Das Hochwasser kam einfach vier Wochen zu früh«, beschwerte sich der Umweltminister von Thüringen Jürgen Reinholz in einem Interview mit der Welt am Sonntag, In der Tat verlief die zeitliche Abstimmung zwischen dem ZDF und den Umweltministerien der Länder bezüglich der Jahrhundertflut nicht gerade optimal. Folge war, daß viele haupt- und nebenberuflichen Gaffer und Katastrophentouristen die »Wetten, daß…?« Geschmackskatastrophe mit Markus Lanz bevorzugten und zu Hause blieben, anstatt wie üblich Rettungsarbeiten an den Deichen zu behindern. Das ZDF verspricht für die Zukunft ein verbessertes Katastrophenmanagement.
Nicht alle Jahrhundertkatastrophen verliefen reibungslos. Das in dem Mayakalender sorgfältig berechnete und auf den 12.12.2012 festgelegte Ende der Welt wurde von der Europäischen Kontrollkommission untersagt mit der Begründung, daß die Mayas seinerzeit diverse Kriterien betreffend Tier- und Umweltschutz nur ungenau erfüllt und den Weltende-Antrag nicht fristgerecht eingereicht hatten. Ein Ersatztermin wurde nicht genannt. Im Gegensatz dazu war die Jahrhundertkatastrophe der SPD mit der Bezeichnung Agenda 2010 (Altersarmut, Hartz IV etc.) ein voller Erfolg. Das Ausmaß der laufenden SPD Jahrhundertkatastrophe namens Peer Steinbrück wird allerdings erst im September sichtbar.
»Das Hochwasser kam einfach vier Wochen zu früh«, beschwerte sich der Umweltminister von Thüringen Jürgen Reinholz in einem Interview mit der Welt am Sonntag, In der Tat verlief die zeitliche Abstimmung zwischen dem ZDF und den Umweltministerien der Länder bezüglich der Jahrhundertflut nicht gerade optimal. Folge war, daß viele haupt- und nebenberuflichen Gaffer und Katastrophentouristen die »Wetten, daß…?« Geschmackskatastrophe mit Markus Lanz bevorzugten und zu Hause blieben, anstatt wie üblich Rettungsarbeiten an den Deichen zu behindern. Das ZDF verspricht für die Zukunft ein verbessertes Katastrophenmanagement.
Nicht alle Jahrhundertkatastrophen verliefen reibungslos. Das in dem Mayakalender sorgfältig berechnete und auf den 12.12.2012 festgelegte Ende der Welt wurde von der Europäischen Kontrollkommission untersagt mit der Begründung, daß die Mayas seinerzeit diverse Kriterien betreffend Tier- und Umweltschutz nur ungenau erfüllt und den Weltende-Antrag nicht fristgerecht eingereicht hatten. Ein Ersatztermin wurde nicht genannt. Im Gegensatz dazu war die Jahrhundertkatastrophe der SPD mit der Bezeichnung Agenda 2010 (Altersarmut, Hartz IV etc.) ein voller Erfolg. Das Ausmaß der laufenden SPD Jahrhundertkatastrophe namens Peer Steinbrück wird allerdings erst im September sichtbar.
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Dusan Deak