Zum Inhalt der Seite

Zensurschwarte

CIA

Schwarzbuch CIA

Glenn Carle ist langjähriger CIA-Spezialist für die islamische Welt. Im Spätsommer 2002 soll er einen mutmaßlichen Al-Qaida-Spitzenmann – Deckname: CAPTUS – verhören, der vom US-Geheimdienst gekidnappt und in ein Geheimgefängnis in einem befreundeten arabischen Land (Marokko) verschleppt worden ist. Später wird der arabische Geschäftsmann, den die Agency – fälschlicherweise, wie sich schließlich herausstellt – für den Finanzier Osama Bin Landes hält, in das »Hotel California« überführt (die berüchtigte »black site« Salt Pit bei Kabul). Carle soll bei der »Befragung« nicht zimperlich sein, wird ihm von oben bedeutet. In »Interrogator« beschreibt er seine »Arbeit«.

Vom xxxxxxxx-Verlag wird der Band als »aufregender Insiderbericht über einen schrecklichen Sündenfall der Bush-Ära« beworben, in den USA wurde es als »Enthüllungsbuch« gewertet. Das ist bestenfalls xxxxxxxxxx, eigentlich eine Unverschämtheit. Was auch nur ansatzweise »aufregend« und »Insiderinformation« sein könnte, wurde vom CIA-Lektorat geschwärzt. Die Agency hatte zwei Jahre lang das Manuskript geflöht, bevor es in den Druck ging. Im Nachwort xxx xxxxxxx werden zwar die zentrale Personalie und die Kerkerorte entschlüsselt. Die Folter selbst bleibt xxxxxxx.


Carle beschreibt zunächst geradezu xxxxxxxxx-reif. »CIA-Agenten reisen nicht um die Welt, um ihre Zeit zu verschwenden. Sie werden meine Zeit nicht verschwenden, denn ich werde wissen, ob Sie meine Zeit verschwenden, und dann werde ich sehr wütend werden. Und es wird nicht angenehm für Sie sein, wenn Sie mich oder meine Vorgesetzten wütend machen.« Ansonsten bleibt vieles im vagen. Sowie es konkreter wird, xxxxxx xxxxxxxxx xx xxxx xxxxxxx xxxxxxxxxxx. Das mag xxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxx xxxx xxxxxxx xxxx, xxxxx. Nach eigenem Bekunden hält Carle Folter für falsch und kontraproduktiv. Dank CIA-Zensur bleibt offen, ob bzw. wie er selbst Hand angelegt hat. (xx)

Glenn L. Carle: Interrogator. In den Verhörkellern der CIA. Rowohlt Verlag, 448 Seiten, 22,95 Euro, ISBN xxxxxxxxxxxxx


Themen:
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 02.07.2012, Seite 15, Politisches Buch

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!