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Lesetip

VVN-BdA listet Verbrechen der Wirtschaft auf

Die nordrhein-westfälische VVN-BdA hat in Düsseldorf das Buch »Von Arisierung bis Zwangsarbeit – Verbrechen der Wirtschaft an Rhein und Ruhr 1933–1945« präsentiert. An die Verbrechen der ökonomischen Eliten während des Faschismus soll allerdings nicht nur in dem Buch, sondern auch an den Tatorten selbst erinnert werden.

Für rund 30 in dem Buch benannte Tatorte seien bereits Straßenumbenennungen und die Aufstellung von Informationstafeln beantragt, berichtete der Herausgeber Ulrich Sander in Düsseldorf. Bei seinen Recherchen seien unzählige Verbrechen der Herren Abs bis Zangen, Krupp, Flick, Bertelsmann, Oetker und wie sie alle hießen bekanntgeworden. Sander präsentierte auch einen Brief an den Entertainer Thomas Gottschalk, in dem dieser aufgefordert wurde, seine Medienpräsenz zu nutzen, um bei den Firmen, für die er Werbung macht, Entschädigungszahlungen an Zwangsarbeiter einzufordern. Haribo, zum Beispiel, gehöre zu den 90 Prozent der Firmen, die nichts in die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft zahlten, obwohl sie Zwangsarbeiter ausbeuteten.

Für Düsseldorf enthält das Buch eine umfassende Tatortstudie aus der Feder von Gisela Blomberg. Diese Bestandsaufnahme soll nun zu Aktionen für Warntafeln und Straßenumbenennungen motivieren, darunter am Industrieclub nahe der Altstadt, wo im Januar 1932 die gemeinsamen Verbrechen von Wirtschaft und Nazis durch Adolf Hitler angekündigt wurden.
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(jW)

Ulrich Sander (Hrsg.): »Von Arisierung bis Zwangsarbeit. Verbrechen der Wirtschaft an Rhein und Ruhr 1933 bis 1945«, Köln: PapyRossa Verlag 2012, 347 Seiten, ISBN 978-3-89438-489-0, 16,90 Euro. Zu beziehen bei nrw@vvn-bda.de

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.05.2012, Seite 15, Antifaschismus

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