Zum Inhalt der Seite

Union hört auf Pharmaindustrie

Berlin. Die Unionsfraktion im Bundestag plant eine Neuregelung des Medikamentenhandels nach den Wünschen der Pharmaindustrie. Einem Positionspapier zufolge soll erreicht werden, daß die zwischen Herstellern und Krankenkassen vereinbarten Preise für neue Medikamente künftig geheim gehalten werden können. »Eine Veröffentlichung ist grundsätzlich nicht notwendig für die Preisverhandlungen«, heißt es in dem Papier. Die Koalition würde damit eine seit langem erhobene Forderung der Pharmaindustrie erfüllen.

Ein Sprecher von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) bestätigte am Mittwoch auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dapd, daß eine Neuregelung geprüft werde. Die Unionsfraktion habe das Ministerium darum gebeten. Von der Opposition kommt scharfe Kritik: »Auf eines ist bei Schwarz-Gelb immerhin Verlaß: Forderungen der Industrielobby werden stets konsequent umgesetzt«, sagte Grünen-Chefin Claudia Roth am Mittwoch in Berlin.

(dapd/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 03.05.2012, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!