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Kafkaesk

Der Verlag Stroemfeld aus Frankfurt/Main hat Strafanzeige gegen Amazon gestellt, weil der Onlineversand Reprints von dessen sorgfältiger Kafka-Edition anbietet, wie die FAZ (Donnerstagausgabe) berichtet. Werke der wissenschaftlich aufbereiteten Franfurter Kafka-Ausgabe kosten 128 Euro, werden aber als »Print on Demand« von dubiosen Verlagen, die teilweise nur als Postfachadresse existieren, über Amazon schon für rund zehn Euro angeboten. Nach Ansicht von Stroemfled handelt es sich dabei mitnichten um Reproduktionen alter Kafka-Bücher, die vor 1923 erschienen sind, denn dann gilt nach europäischem Recht der Urheberschutz nicht mehr. Es könnte sein, daß diese Raubdrucke Ergebnis von »Google Book Search« sind, einem Projekt, das die Weltliteratur für Volltextsuche digitalieren soll – auch wenn der Konzern sich 2009 verpflichtet hat, hiervon in Europa urheberechtlch geschützte Titel auszunehmen. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.03.2012, Seite 12, Feuilleton

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