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Trotzdem süßlich

WhoMadeWho: »Brighter« (Kompakt). So hart und so romantisch. Crossover-Techno-Funk-Rock mit Geduld und Spucke, kunstvoll zusammengebrutzelt wie ein indisches Biryani-Reis-Gericht mit den ganzen zu röstenden Senfkörnern, Koriander- und Kreuzkümmelsamen, Gewürznelken, Kardamomkapseln und Chilischoten. Und trotzdem schmeckt es süßlich, so werden Dancefloorhits gekocht. Das Kopenhagener Trio hat sich nach einem AC/DC-Album von 1986 benannt, das aber nur eine Compilation als Soundtrack war – von »Maximum Overdrive«, dem einzigen Film von Stephen King. In diesem Film spielen die technischen Geräte verrückt. Geldautomaten verfluchen ihre Kunden, Getränkeautomaten schießen mit Dosen, Trucks greifen Menschen an – und die Küchengeräte drehen durch. Bei WhoMadeWho geht es dagegen bei der Produktion von Kontrollverlusten sehr gesittet und überlegt zu. Es pocht der Beat, es perlt der Baß, und die Sänger säuseln irgendwo im Einflußgebiet von David Byrne und John Cale, »find below the cherry moon«, wie es im letzten Lied heißt. (cm)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.03.2012, Seite 12, Feuilleton

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