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Clan auf Thymian

Adriano Celentano: »Unicamentecelentano« (Clan Cel./Universal). Warum er nie allein, sondern immer von seinen Leuten umgeben sei, wurde Adriano Celentano 1962 gefragt, und erklärte das mit seiner Angst vor begeisterten Massen. Die Überlegenheit der kollektivistischen Produktionsweise versteht sich nämlich von selbst. Das Best-of-Album seines damals gegründeten Labels Clan Celentano enthält neben dem notorischen »Azzurro« (von Paolo Conte) eine Liveversion des Gassenhauers über den Jungen, der hinter dem Mond in der Via Gluck aufwuchs (wie der Meister selbst), bevor dort nur noch der Immobilienhandel florierte. Das Liebesduett »Solo da un quarto d’ora« (1996) ist so unsterblich cool verschleppt, daß einem das Herz stehenbleibt, und man im Film »Der gezähmte Widerspenstige« (1980) aufwacht, in dem Celentano mit Weltkulturerbe-Hüftschwung Trauben preßt. Was er Ornella Muti zu rauchen gibt, ist in der einzig adäquaten, aber nicht mehr erhältlichen Fassung vom DEFA-Studio für Synchronisation völlig korrekt als »Thymian« übersetzt.

(xre)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.03.2012, Seite 12, Feuilleton

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