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28.03.2012
- → Feuilleton
Hammers Höhe
Von C. Müller
Lucry & Niqo: »Autopiloten« (Berlin Dreams Entertainment). Wir werfen unsere Gurte weg und steigen bis auf 10000 Fuß«, versprechen Lucry und Niquo im ersten Song von »Autopiloten«. Lösen die 14 Tracks das ein? Einerseits ja: Hemmungslos vermischen die Schulfreunde HipHop und R&B mit Latino Vibes, garnieren das Ganze noch mit Dancehallbeats. Ihre Kompositionen haben also Loungecharakter, aber die Lounge wäre keine halbleere, zweckmäßig nüchterne Wartehalle, sondern mit Schönheiten und Schönlingen aus aller Herren Länder leicht überfüllt, die sich auch näherkommen, etwa zur »Hamma Mama«-Liebeserklärung in »So schön«. Gut auch, daß Lucry und Niquo ohne Radautexte auskommen. Allerdings hätten sie ruhig etwas rabiater zu Werke gehen dürfen. Oft segeln sie gefährlich nah am Kitsch, was auch an ihren melodramatischen Melodiebögen liegt, etwa bei »Dreh den Track auf«. Die Flughöhe eines A380 von bis zu 12500 Metern erreichen sie also selten, aber sie haben ja auch nur ein knappes Viertel versprochen und noch viel vor. Auf jutegang.de läßt sich das Album kostenlos herunterladen.
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