Zum Inhalt der Seite

Kurden besetzten Platz in Hamburg

Hamburg. 300 kurdische Jugendliche haben am Sonnabend in Hamburg für mehrere Stunden die Piazza gegenüber der »Roten Flora« im Schanzenviertel besetzt. Die Aktivisten wollten damit auf Kriegsverbrechen der türkischen Armee in Kurdistan aufmerksam machen. In Redebeiträgen und Filmen wurde thematisiert, daß die graue Eminenz der AKP-Regierung, Fethullah Gülen, Ende Oktober im Verlauf einer Predigt zum Massenmord an Kurden aufgerufen hat. »Vernichtet sie, zerschlagt ihre Einheit, zündet ihre Häuser an«, hatte Gülen in einer auf seinem eigenen Privatfernsehsender ausgestrahlten Predigt erklärt. Erst im November war es Medienberichten zufolge zu einem Chemiewaffeneinsatz der türkischen Armee gekommen, dem 36 PKK-Rebellen zum Opfer fielen. Die Demonstranten warfen der deutschen Bundesregierung vor, die Vernichtungspolitik der AKP durch Waffenlieferungen und die Kriminalisierung kurdischer Organisationen zu unterstützen. Martin Dolzer
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 05.12.2011, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!