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Linke-Vorsitz: Causa Bartsch

Seit Wochen wird medial und innerparteilich Stimmung gegen die Linke-Vorsitzenden Gesine Lötzsch (50) und Klaus Ernst (56) gemacht und an ihrem Sturz gearbeitet. Zuletzt hatte sich der frühere Parteichef Lothar Bisky für eine »Verjüngung der Parteispitze« ausgesprochen.

Am Freitag nun meldete die Mitteldeutsche Zeitung, der ehemalige Bundesgeschäftsführer und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, solle und wolle nächster Vorsitzender der Linkspartei werden. Das berichtete das in Halle erscheinende Blatt unter Berufung auf namentlich nicht genannte »führende Parteikreise«. Demnach sei der 53jährige dazu bereit. Für eine »Verjüngung« stünde er nicht.

Vertreter des sogenannten Reformflügels der Partei drängten Bartsch, seine Kandidatur nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, spätestens aber nach dem Programmparteitag in Erfurt Mitte Oktober anzumelden und sich einer Mitgliederbefragung zu stellen, kolportiert die Mitteldeutsche. Er habe Unterstützung in allen ostdeutschen Landesverbänden, aber auch in Bremen und Schleswig-Holstein. Ein Vertreter des Reformflügels und Mitglied der Bundestagsfraktion sagte der Zeitung zufolge: »Dietmar Bartsch will.«
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Der ehemalige Europaabgeordnete André Brie, zur Zeit Wahlkampfleiter der Linken in Mecklenburg-Vorpommern, erklärte: »Ich halte Dietmar Bartsch für einen sehr fähigen Mann.« Allerdings könne man eine solche Personaldebatte jetzt nicht gebrauchen. Bartsch selbst wollte die Pläne weder bestätigen noch dementieren. Er sagte der Mitteldeutschen Zeitung: »Ich befinde mich gerade in Mecklenburg-Vorpommern im Wahlkampf. Da haben wir andere Probleme.«

Der Spiegel hatte noch zu Wochenbeginn beklagt, »die Reformer, die sogenannten Bartschisten, wagen den Aufstand nicht … Die Situation sei vergleichbar mit der Libyens, erklären sie, die Revolutionsführer müssen weg, doch leider sei die NATO nicht im Einsatz.« (rg)
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.09.2011, Seite 3, Schwerpunkt

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