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Vorteil durch ­Vereinfachung

Albert Poustka vom Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin hat mit Kollegen die Abstammungsgeschichte mariner Würmer neu geschrieben. Bislang galten die kleinen, »acoelomaten Würmer« als evolutionäre Verbindung zwischen Schwämmen oder Quallen und komplexeren Organismen. Sie besitzen keinen durchgängigen Darm, After, keine Kiemenbögen und keine Körperhöhle (gr. Coelom = Höhle), ernähren sich am Meeresgrund von organischen Partikeln im Sediment oder leben parasitisch, etwa im Darm von Seegurken. Nach Erkenntnissen von Poustka und Kollegen waren die Würmer einmal komplexer aufgebaut. Sie sind demnach verwandt mit den Deuterostomia oder Neumündern, bei denen der Urmund zu Beginn der Embryonalentwicklung zum After wird, während der Mund sich später entwickelt. Die »acoelomaten Würmer« haben ihren Bauplan im Laufe der Evolution »vereinfacht, weil das offenbar genauso oder sogar vorteilhafter war als ein komplizierter Körperaufbau«, sagt Poustka. Als nächstes soll das gesamte Erbgut verschiedener Arten des neuen Stammes der Deuterostomia entschlüsselt werden.

(ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.02.2011, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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