Süßes Weltall
Madrid. Astronomen haben zum ersten Mal Erythrulose, ein Monosaccharid (Einfachzucker), in einer galaktischen Molekülwolke nachgewiesen. Da Zuckermoleküle ein notwendiger Bestandteil unter anderem von DNA sind, kann die Entdeckung Aufschluss darüber geben, wie sich Leben auf der Erde entwickeln konnte. In der Forschung wird vermutet, dass ein Teil des Zuckers auf der frühen Erde aus dem Weltall kam. Bekannt war, dass entsprechende Moleküle auf Meteroiten und Asteroiden vorkommen, die Entdeckung in einer Molekülwolke ist jedoch neu. In einer am 13. Juli in Nature Astronomy erschienenen Studie beschreibt ein Wissenschaftlerteam um die Astrobiologin Izaskun Jiménez-Serra die Ergebnisse der Untersuchung einer 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernten Wolke mittels zweier Radioteleskope in Spanien. Dort konnten sie durch Spektrallinienanalyse die Erythrulose identifizieren. Entsprechend sind wahrscheinlich auch in den Teilchenwolken, aus denen sich unser Sonnensystem herausgebildet hat, Zuckermoleküle vorhanden gewesen. Bis zu 50 Milliarden Tonnen Erythrulose könnten nach Schätzungen der Forscherinnen und Forscher so auf die sich herausbildende Erde gekommen sein. (jW)
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