-
27.01.2011
- → Schwerpunkt
Bartsch-Vorgabe: Debatte beendet
Linken-Fraktionsvize Dietmar Bartsch erklärt die Debatte um
Kommunismus für beendet. In der Leipziger Volkszeitung vom
Mittwoch forderte er seine Partei auf, wieder stärker die
Auseinandersetzung mit den politischen Konkurrenten zu suchen. Die
Linke müsse, um Erfolg bei den Wahlen in diesem Jahr zu haben,
»sich wieder auf die politischen Konkurrenten
konzentrieren«, und nicht »unnötige
Debatten« wie die zum Thema Kommunismus führen.
»Es ist sicherlich notwendig, in wissenschaftlichen
Kolloquien und in Konferenzen zur Geschichte des Kommunismus oder
auch aktuell über Alternativen zum kapitalistischen System zu
reden«, sagte Bartsch mit Blick auf den von der
Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch in junge Welt
losgetretenen Debatte über »Wege zum Kommunismus«
(jW vom 3. Januar 2011). »Für die
Wahlauseinandersetzungen in diesem Jahr war die Debatte nicht
glücklich. Ich bin froh, daß sie jetzt beendet
ist.« Jetzt komme es »darauf an, unsere erfolgreichen
Konzepte weiterzuentwickeln, sie mehr in die Öffentlichkeit zu
bringen und schließlich dafür zu sorgen, daß wir
neue Akzente mit Blick nicht nur auf Wahlen, sondern auf
gesellschaftliche Veränderungen setzen«.
Auch Klaus Lederer übt sich in Vorsitzendenschelte. Die Lage der Partei sei »ernst«, »der Schwung der Neugründung ist dahin«. Die von Lötzsch losgetretene Kommunismus-Debatte helfe nicht weiter, meint der Berliner Linke-Landeschef in der Wochenzeitung Die Zeit, »weil sie zum einen Mißverständnisse über den Charakter unserer Partei provoziert, vor allem aber an den konkreten Sorgen und Nöten der Menschen vorbeigeht«.
Aktuelle Umfragen zeigen indes, daß die von den Medien und konkurrierenden Parteien losgetretene Kommunismus-Hysterie der Linken nicht schadet. »Ganz so empörend wie die politische Elite finden die Bundesbürger die Aussagen der Linksparteichefin offenbar nicht«, muß der Focus konstatieren. »Gerade ein Drittel will ihren Rücktritt, im Osten ist es nur ein Viertel.« Einer Forsa-Erhebung für Stern zufolge liegt Die Linke stabil bei neun Prozent. (rg)
Auch Klaus Lederer übt sich in Vorsitzendenschelte. Die Lage der Partei sei »ernst«, »der Schwung der Neugründung ist dahin«. Die von Lötzsch losgetretene Kommunismus-Debatte helfe nicht weiter, meint der Berliner Linke-Landeschef in der Wochenzeitung Die Zeit, »weil sie zum einen Mißverständnisse über den Charakter unserer Partei provoziert, vor allem aber an den konkreten Sorgen und Nöten der Menschen vorbeigeht«.
Anzeige
Aktuelle Umfragen zeigen indes, daß die von den Medien und konkurrierenden Parteien losgetretene Kommunismus-Hysterie der Linken nicht schadet. »Ganz so empörend wie die politische Elite finden die Bundesbürger die Aussagen der Linksparteichefin offenbar nicht«, muß der Focus konstatieren. »Gerade ein Drittel will ihren Rücktritt, im Osten ist es nur ein Viertel.« Einer Forsa-Erhebung für Stern zufolge liegt Die Linke stabil bei neun Prozent. (rg)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 3,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Schwerpunkt