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Asse: Krebshäufung ist kein Zufall

Berlin/Remlingen. Die atomkraftkritische Ärzteorganisation IPPNW hat der Einschätzung der Bundesregierung widersprochen, nach dem die Krebshäufung in der Nähe des maroden Atommüllagers Asse rein zufällig sein soll. Neben den schon bekannten gehäuften Krebsfällen gebe es auch deutlich zu wenig Mädchengeburten in der Region, teilte die Organisation am Montag in Berlin mit. »Den Zufall als Ursache anzunehmen, erscheint extrem unwahrscheinlich«, heißt es in der Mitteilung. Das niedersächsische Sozialministerium hatte Ende November von stark erhöhten Krebsraten in der Samtgemeinde Asse berichtet. So lag die Rate von Leukämieerkrankungen von 2002 bis 2009 doppelt so hoch wie statistisch zu erwarten. Die Bundesregierung hält die Häufung allerdings für Zufall.

Eine im Oktober 2010 veröffentlichte Studie hatte laut IPPNW ergeben, daß es im Umfeld deutscher und Schweizer Atomanlagen zu weniger Mädchengeburten kommt. Offenbar sind weibliche Keimanlagen strahlenempfindlicher als männliche.


(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.12.2010, Seite 4, Inland

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