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Kugel im Kopf

In Herne lebte ein ahnungsloser Mann mehrere Jahre mit einem Projektil im Kopf. Das war Ärzten aufgefallen, die den 35jährigen wegen einer Geschwulst am Kopf operierten. In der Beule fanden sie ein Projektil vom Kaliber 22, wie es nach Angaben eines Polizeisprechers unter anderem in Pistolen oder Gewehren in Schützenvereinen verwendet wird. Der Polizei erzählte der Mann, er sei in einer Silvesternacht vor einigen Jahren durch die Herner Innenstadt gelaufen und habe gegen Mitternacht plötzlich einen Schlag auf den Hinterkopf verspürt, dem er aber keine größere Bedeutung beigemessen habe. Die Ermittler gehen nun davon aus, daß es sich bei dem vermeintlichen Schlag vielmehr um ein Geschoß handelte, das jemand zum Jahreswechsel abgefeuert hatte.

Der Mann hatte dabei Glück: Nach Angaben eines Polizeisprechers drang die Kugel nicht in seinen Kopf ein, sondern setzte sich vielmehr zwischen Kopfhaut und Schädel fest. Einige Jahre danach entzündete sich diese Stelle offenbar, so daß die Geschwulst wuchs. Das Projektil wurde inzwischen ans Bundes­kriminalamt geschickt. Dieses soll prüfen, ob die dazugehörige Waffe und ihr Besitzer bekannt sind.
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(ddp/jw)
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Erschienen in der Ausgabe vom 25.08.2010, Seite 13, Feuilleton

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