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Tagebuch eines Fußballmuffels

Von Maik Hölzel
Nach dem Samstag abend kann ich es ja zugeben. Ich habe die Scharte von letzter Woche ausgewetzt. Einfach war das nicht, denn Ghana trug rote und die US-Elf weiße T-Shirts. Also buhte ich erst mal für das falsche Team, was mir die Mißbilligung der anderen Fans einbrachte. Ich beschloß, fortan still zu sein. Glücklicherweise hatte ich ein Buch eingesteckt. Thomas Mann, »Der Zauberberg«. Eine Parabel über Vergänglichkeit und Zeit. In der dreiundneunzigsten Spielminute hatte ich es fertig gelesen und klappte es zu. Magischerweise schoß genau in diesem Moment Gyan das rettende Tor. Es mag zwar etwas mystisch klingen, aber die ghanaische Mannschaft verdankt ihren Sieg Thomas Mann – und mir.
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.06.2010, Seite 16, Sport

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