Zum Inhalt der Seite

Airen in der Akademie

Helene Hegemann hüllt sich in vornehmes Schweigen über den Unsinn. Am Montag abend war die 18jährige in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in einem Atemzug mit dem Weltkonzern Google genannt worden. Von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. »Es ist nicht fair, wenn die Bestseller-Autorin ihren Ruhm und Erfolg auf die Leistung des unbekannten Bloggers gründet und dies noch nicht einmal kennzeichnet«, heißt es in der »Berliner Rede zum Urheberrecht«, in der Hegemann namentlich nicht vorkommt, aber gemeint ist. Der unbekannte Blogger Airen, auf dem Hegemanns Erfolg nach Einschätzung der Ministerin gründet, sagt nach zwei Büchern sehr zutreffend: »Den wirklich guten Umgang mit Sprache muß ich noch erlernen«; er hat sich zur »Berliner Rede« auch noch nicht geäußert. (jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 17.06.2010, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!