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Eklat bei Gedenken an Naziopfer

Torgau. Die Linkspartei in Sachsen fordert eine Umgestaltung des Gedenkortes Fort Zinna in Torgau. »Trotz heftiger Kritik der Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz haben Staatsregierung und Stiftung Sächsische Gedenkstätten am Sonntag die Gedenkstätte eröffnet«, monierte der kulturpolitische Sprecher der Fraktion im Sächsischen Landtag, Volker Külow. Der Protest der Verfolgten richte sich zu Recht gegen die gleichzeitige Erinnerung an die Verbrechen des deutschen Faschismus und an das Unrecht aus späterer Zeit und damit gegen deren faktische Gleichsetzung. Unter den Inhaftierten in den sowjetischen Speziallagern haben sich unbestritten auch schwer belastete Nazis oder Amtsträger aus der Nazizeit befunden, erklärte Külow.

Die Eröffnung war am Sonntag vom Protest überschattet worden. »Wir werden die Gedenkstätte nicht mittragen«, sagte Ludwig Baumann, Chef der Bundesvereinigung Opfer der Wehrmachtsjustiz, bei der Einweihung. Auf den Informationstafeln sei nicht deutlich genug erwähnt, daß in den Speziallagern auch Verantwortliche für die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern und Deserteuren gesessen hätten, sagte Baumann. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.05.2010, Seite 15, Antifaschismus

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