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WDR zu blöd

Die Journalistin Carmen Thomas hält die Einstellung der bekanntesten WDR-Radiosendung »Hallo Ü-Wagen« zum Jahresende für einen schweren Fehler. »So eine eingeführte Marke gibt man nicht einfach auf«, sagte die Erfinderin des seit 1974 ausgestrahlten Formats der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post (Freitagausgabe). »Hallo Ü-Wagen« sei bis heute die einzige deutsche Rundfunk-Sendung, in der Bürger ungefiltert und nicht vorsortiert zu Wort kämen, so Thomas weiter. Dem WDR hielt die Journalistin vor, den beklagten Rückgang der Zuhörerzahlen selbst verschuldet zu haben: »Die Sendung braucht ein Massenpublikum. Sie auf einer Minderheiten-Welle wie WDR 5 und dann noch am Samstagmorgen auszustrahlen, geht an der Lebenswirklichkeit der Menschen völlig vorbei«. Thomas moderierte die Sendung von 1974 bis 1994 immer donnerstags zwischen 9.20 und 12 Uhr auf WDR 2. Zu Spitzenzeiten hatte »Hallo Ü-Wagen« mehr als eine Million Zuhörer. Ein WDR-Sprecher bezifferte die aktuelle Hörer-Zahl bei WDR 5 auf dem Samstagmorgen-Platz mit »um die 100000«.

(ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.04.2010, Seite 13, Feuilleton

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